Die Online Bürgerbeteiligung ist da!

Bürgerbeteiligung …Ähm?!

Wie angekündigt, hat die Stadt Leverkusen letzte Woche ihre Online-Bürgerbeteiligung gestartet. Auf der Seite www.leverkusen.de können Anwohnerinnen und Gewerbetreibende ihre Meinung zum Kreativquartier abgeben. Doch worum geht es wirklich? Im Erklärvideo des Architektenbüros Reicher Haase Assoziierte ist mehrmals die Rede von „kreativen Dingen“ und „kreativen Menschen“. Was das genau bedeuten soll, wird nicht erläutert. Bewusst schwammig scheinen auch die Übersichtskarten der drei Varianten. Teile wie die Solaranlage, die auf allen Varianten eingezeichnet ist, wird nirgends sonst beschrieben oder deren Zweck erläutert. Erst wenn man sich durch die PDF-Handouts geklickt hat, sind auch die Kartenbeschriftungen endlich erkennbar. Das Problem hier liegt in der Uneindeutigkeit der Formulierungen, die sich sowohl durch Ankündigung als auch die Umfrage ziehen wie ein roter Faden.

Angst vor weiterem Leerstand und Bauruinen. Es bleibt unklar, welche „kreativen Menschen“ den Standort tatsächlich für „kreative Dinge“ nutzen könnten. Die erwähnten Start-ups dürften wohl kaum das Geld haben, sich in neue Gebäude einzumieten. Zudem ist der Standort denkbar weit weg von der Innenstadt und dem Bahnhof. Der wirkliche geschäftige Verkehr mit Möglichkeit zu Essen und einzukaufen, beginnt erst an der Füßgängerzone, die sich 800m bzw. 10 Gehminuten entfernt befindet. Der Bahnhof sogar 20 bis 25 min Fußweg. Eine derart schlechte Bahnanbindung finden wir alles andere als „sozial und ökologisch nachhaltig“.

Bedürfnisorientierte Städteplanung? Ja, bitte! Aber dann mit wirklicher Einbeziehung der Bürger*innen. Soziale Fürsorge, Ausbau der Grünflächen und sinnvolle Nutzung des Bunkers mit Mitmach-Werkstätten und Solaranlagen finden wir super. Es sieht für uns jedoch so aus, als ob die Stadt Leverkusen mit den Gewerbegebäuden hier ihr nächstes totes Projekt vorbereitet, anstatt bereits existierende Bürogebäude zu nutzen und bahnhofsnahe, leerstehende Standorte wieder interessant zu machen.

Bitte schaut euch die genauen Pläne der Stadt und des Architektenbüros an und teilt eure Meinung in der Umfrage mit! Habt ihr weitere Kritikpunkte oder auch Argumente für diesen Ort als Gewerbbestandort? Schreibt sie uns hier oder an unsere Emailadresse gegendask@riseup.net!

Wir möchten alles sammeln und eine wirkliche Bürgerbeteiligung und Dialog über Bedarfe in der Nachbarschaft mit euch erwirken!

Hier gehts zur Umfrage!

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